Strelitzia reginae (Strelitziaceae) Paradiesvogelblume

Die Paradiesvogelblume stammt aus Südafrika. Benannt wurde sie zu Ehren von Prinzessin Charlotte Sophia von Mecklenburg-Strelitz, die spätere Ehefrau des britischen Königs Georg III. Da Charlotte Sophia sich sehr für Pflanzen begeisterte und die Königlichen Gärten in Kew großzügig unterstützte, wurde sie später auch “Queen of Botany“ genannt.

Der Blütenstand erinnert an einen Vogelkopf, worauf sich der deutsche Name bezieht. Er ist von einem grünlichen Tragblatt umgeben, in dem sich Nektar ansammelt. Durch die kontrastreiche Blütenfärbung in blau und orange werden nektartrinkende Vögel angelockt. Strelitzien sind beliebte Schnittblumen, werden bei uns aber auch als Kübelpflanzen gehalten. Sie blühen hier im Winterhalbjahr, wenn in ihrer Heimat auf der Südhalbkugel Sommer ist.

Eranthis hyemalis (Ranunculaceae) Winterling

Wie der deutsche Name bereits vermuten lässt, gehört der Winterling zu den im Winter blühenden Gewächsen. Nicht selten erscheinen die Blüten im Januar oder Februar, wenn noch Schnee liegt. Der aus Südeuropa stammende Winterling wird seit dem 16. Jh. in mitteleuropäischen Gärten als Zierpflanze kultiviert und verwildert stellenweise.

Ein Teil der heute gehandelten Pflanzen stammt aus Wildbeständen aus der Türkei. In ihren tütenförmigen Nektarblättern am Blütengrund wird reichlich Nahrung für die auch bei niedrigen Temperaturen fliegenden Hummeln angeboten. Der Winterling blüht an verschiedenen Stellen im Palmengarten, besonders früh erscheint er an geschützten Standorten seitlich des Musik-Pavillons.

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Erica carnea (Ericaceae) Schneeheide

Die Schneeheide stammt aus den Alpen und dem Alpen-Vorland. Im Gegensatz zu den meisten Heidekrautgewächsen kommt sie auf Kalkboden vor. Häufig ist sie mit Kiefern vergesellschaftet und bildet so genannte Schneeheide-Kiefern-Wälder.

Wegen ihrer frühen Blütezeit, in der das Nahrungsangebot für Insekten noch recht knapp ist, ist sie eine gute Bienenweide. Sie ist ein beliebter Bodendecker und wird häufig als Grabpflanze verwendet. Es gibt viele Sorten mit weißen, rosa oder purpurroten Blüten.

Helleborus orientalis-Hybride (Ranunculaceae) Orientalische Christrose

Die Orientalische Christrose stammt aus der Türkei, aus Nordgriechenland und dem Kaukasus. Seit dem Mittelalter wird sie in unseren Gärten kultiviert. Sie blüht vom Winter bis in den Frühling und wird dann auch Lenzrose genannt. Wie alle Hahnenfußgewächse sind auch Christrosen giftig.

Aus den Wurzeln wurde früher Schnupfpulver hergestellt, daher auch der Name Nieswurz für verschiedene Helleborus-Arten. Die vielen verschiedenen Hybriden mit weißen bis dunkelroten, oft rötlich getupften Blüten stammen von Kreuzungen diverser Arten ab. Im Rhein-Main-Gebiet kommt die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) mit ihren grünen Blüten wild vor.

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Sarcococca saligna (Buxaceae) Fleischbeere

Die Gattung Sarcococca umfasst elf Arten aus Südost-Asien. Es handelt sich um kleine Sträucher aus der Verwandtschaft des Buchsbaumes. Im Winter und zeitigen Frühjahr erscheinen die unscheinbaren weißen bis rosa überhauchten Blüten, die intensiv duften.

An einer Pflanze befinden sich männliche und weibliche Blüten. Aus den weiblichen gehen kugelige schwarze Beerenfrüchte hervor. Sie sind schleimig, worauf sich der Name Schleimbeere bezieht.

Hamamelis ’Orange Beauty’ (Hamamelidaceae) Zaubernuss

Zaubernüsse kamen zu ihrem Namen, da es manchmal fast wie ein Wunder wirkt, wenn ihre Blüten mitten im Winter erscheinen. Es gibt nordamerikanische und asiatische Arten sowie zahlreiche Hybriden und Sorten mit gelben bis orangerot gefärbten Blüten. Einige, z. B. Hamamelis mollis und ihre Hybriden, verströmen einen intensiven Blütenduft.

Zum Schutz vor zu großer Kälte rollen sich die zungenförmigen, leuchtend gefärbten Kelchblätter zusammen. Die Kronblätter sind klein und rotbraun. Zaubernüsse sind auch im Herbst aufgrund ihrer goldgelben Laubfärbung sehr attraktive Ziersträucher. Hamamelis-Blätter wirken adstringierend (zusammenziehend), entzündungshemmend und lokal blutungsstillend. Sie sind Zutaten für Cremes und Salben.

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Camellia japonica 'Desiré' (Theaceae) Kamelie

Die Gattung Camellia (Theaceae) umfasst ca. 200 Arten, darunter Tee (Camellia sinensis) und die Garten-Kamelien. Sie sind in Südost-Asien, China, Japan und Indien heimisch. Im Jahre 1866 wurden Frankfurt und Hessen-Nassau preußisch, als Folge musste Herzog Adolph von Nassau seine Residenz in Wiesbaden-Biebrich aufgeben.

Dort befand sich eine von ihm angelegte große Sammlung exotischer Pflanzen, darunter auch Kamelien, die nun zum Verkauf angeboten wurde. Diese Sammlung wurde Grundstock für die Pflanzenkollektion des kurz darauf gegründeten Palmengartens. Heute ist die Kamelien-Sammlung des Palmengartens in der nicht öffentlich zugänglichen Gärtnerei des Palmengartens untergebracht und umfasst ca. 450 Individuen in etwa 300 Sorten. Die Sammlung wird jedes Jahr in der im Januar und Februar gezeigten Kamelien-Ausstellung präsentiert.

Cochliostema odoratissimum (Commelinaceae) Schneckenfaden

Der Schneckenfaden ist eine Verwandte der als Zierpflanzen beliebten Dreimasterblumen (Tradeskanzien). Die Staude stammt aus Regenwäldern in Mittelamerika. Der Gattungsname leitet sich vom griechischen kochlias = Schnecke ab.

Die Staubfäden sind vergrößert und bilden eine Haube um die spiralig verdrehten Staubbeutel. Gelegentlich werden auch weiße Albino-Formen kultiviert.

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Heliconia humilis (Heliconiaceae) Hummerschere

Die mit Ingwer, Banane und Paradiesvogelblume verwandten Helikonien umfassen über 100 Arten. Die niedrige Heliconia humilis stammt aus dem Regenwald Südamerikas. Von den leuchtend roten Hochblättern im Blütenstand werden Vögel angelockt, denen reichlich Nektar geboten wird. Die Steinfrüchte sind blau gefärbt.

Die meisten Helikonien werden deutlich größer und bilden Scheinstämme ähnlich wie die Bananenstaude. Die großen Blütenstände werden gelegentlich getrocknet und in der Floristik verwendet. Heliconia humilis gedeiht im Palmengarten im Regenwald-Haus des Tropicariums.

Bulbophyllum lasiochilum (Orchidaceae) Orchidaceae

Es gibt über 1000 Bulbophyllum-Arten, womit es sich um eine der artenreichsten Pflanzengattungen überhaupt handelt. Die meisten Bulbophyllen stammen aus Südost-Asien, es gibt aber auch einige in Afrika und Südamerika. Die Größe ist sehr variabel und reicht von nur wenigen Millimetern bis über 1 m.

Bulbophyllen entwickeln Einzelblüten oder vielblütige Blütenstände. Bulbophyllum lasiochilum stammt aus Südost-Asien. Die Aufsitzerpflanze hat 3-4 cm große Blüten. Sie wird von Fliegen bestäubt. Manche Bulbophyllum-Arten duften für uns angenehm, andere haben einen widerlichen Aasgestank. Es wird erzählt, dass B. beccarii, als es das erst Mal in Europa blühte, nicht gezeichnet werden konnte, da der Zeichner vom Aas-Gestank ohnmächtig wurde.

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Syzygium jambos (Myrtaceae) Rosenapfel

Der aus Südost-Asien stammende Baum ist mit dem Eukalyptus verwandt. Seine Kronblätter sind reduziert, die Schauwirkung wird von den zahlreichen cremegelben Staubfäden übernommen. Bei der Suche nach Nektar werden Blüten besuchende Vögel wie mit einem Pinsel mit Pollen eingepudert.

Ebenfalls zur Gattung Syzygium gehört die Gewürznelke. Als Gewürz verwendet werden hier die aromatischen Blütenknospen, die in ihrer Form an Nägel (Nägeli, Nelken) erinnern. Der Java-Apfel (Syzygium samarangense) liefert wässrige, apfelförmige Früchte, die in den Tropen als Obst genutzt werden.

Crinum purpurascens (Amaryllidaceae) Hakenlilie

Die Gattung Crinum umfasst über 100 Arten, die in tropischen und subtropischen Küstengebieten vorkommen. Crinum purpurascens ist von Kamerun bis Kenia und Angola verbreitet. Aus den Zwiebeln entwickeln sich kräftige, doldige Blütenstände mit großen weißen bis leicht rosa überhauchten Blüten.

Diese haben sechs freie Kronzipfel und eine lange, schmale Kronröhre. Nachtschmetterlinge können mit ihrem langen Rüssel an den Nektar am Grund der Röhre gelangen und dabei die Blüten bestäuben. Im Tropicarium finden Sie C. purpurascens im Mangroven-Haus.

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